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Zehn Jahre Ripple (XRP): Erfolgsgeschichte oder Rohrkrepierer?

Ripple feiert zehnjähriges Jubiläum und sieht für sich und XRP eine rosige Zukunft voraus. Doch deckt sich die Selbsteinschätzung auch mit der der Perspektive von Anlegern und Realitäten der Kryptoindustrie?

Ripple (XRP) gönnt sich zum zehnjährigen Firmenjubiläum einen blumigen Report, in dem bisherige Erfolge gefeiert und künftige beschwört werden. Kurzversion: Ripple und XRP stehen in der Kryptobranche für Erfahrung, Praxistauglichkeit und Innovation. Von dieser Basis aus werde Ripple seine Dienste im Kundeninteresse weiter ausbauen und zugleich neue Herausforderungen annehmen. Das seit 15 Monaten schwelende Gerichtsverfahren mit der SEC wird von Ripple in dem Text vorsichtshalber gar nicht erwähnt und auch sonst stößt unangenehm auf, dass Selbstkritik bei Ripple offensichtlich verboten ist.

Erster und wichtigster Einwand: Ripple malt wieder einmal das Bild, wonach man grenzübergreifende Geldtransfers revolutioniert habe und weltweit Kunden finde. Allerdings spielt Ripple im europäischen Raum für Kunden wie Banken oder Finanzdienstleister keine Rolle und ebenso wenig in Nordamerika. Und hier geht es sogar nur um Ripple Technologie, nicht einmal um XRP, den eigentlich als Brückenwährung konzipierten Altcoin. In Wirklichkeit hat Ripple hauptsächlich in Südamerika, Asien und im Nahen Osten etwas Fuß gefasst und versammelt dort seine institutionellen Kunden. Von denen wiederum nutzen nur wenige XRP. Im reichen Westen aber ist Ripple in zehn Jahren an der klassischen Finanzwelt weitgehend abgeprallt.

Merkwürdigerweise schweigt sich Ripple in seiner Festschrift auch dazu aus, wie strategische Entscheidungen das Profil verwässern. Sollen jetzt NFTs das große Ding bei Ripple werden, wie manchmal angekündigt. Oder sind künftig staatlich gestützt Digitalwährungen CBDCs das Kernprodukt von Ripple? Und was passiert eigentlich mit all den großen Plänen, die XRP in die Wachstumssparte DeFi bringen sollten? Denn wer Ripple und XRP kontinuierlich beobachtet, hatte offiziell verkündete Strategiewechsel bemerkt und darum bescheidene Hoffnungen geschöpft.

Spitz formuliert tut sich Ripple mit dem aktuellen Rückblick auf zehn Jahre keinen Gefallen. Denn stattliche 40 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung bringt XRP auf, deren Einsatzmöglichkeiten sehr begrenzt sind und wo eigene innovative Ideen für die Zukunft Mangelware bleiben.

Fazit: Ripple wirkt nach zehn Jahren zunehmend antiquiert

In unseren Jahresrückblicken zu XRP und Ripple von 2020 und 2021 sind Schritte der letzten Jahre vorwärts und rückwärts komprimiert dokumentiert. XRP musste dabei erleben, wie Ethereum (ETH) seine Position als zweitwichtigste Kryptowährung hinter Bitcoin (BTC) zementierte. In Popularität und Bedeutung konnte vergleichsweise junge Kryptowährungen wie Binance Coin (BNB), Solana (SOL) und zunehmend selbst Cardano (ADA) und Terra (LUNA) Ripple Marktanteile abnehmen. Sich in der Situation selbstzufrieden als Pionier hochleben zu lassen, wie Ripple es gerade macht, wirkt in etwa so, wie wenn Großväter ihre Teenagerzeiten als das Maß aller Dinge ansehen.

   

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