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Harmony (ONE): Löst das Projekt das Blockchain-Trilemma?

Der Harmony Token ONE taucht seit einem Jahr immer wieder unter den Top und Flop Coins der letzten 24 Stunden auf. Wie erfolgversprechend ist die Technologie dahinter?

Bei Betrachtung des ONE-Kurs-Graphen ist sofort klar, warum der Coin in den letzten Monaten regelmäßig in den BTC-ECHO Top Coins auftauchte. Und dennoch: Nahezu nach jedem Aufschwung folgte ein ähnlich intensiver Absturz. Zu Redaktionsschluss notiert der Harmony (ONE) zu einem Kurs von etwas über 0,17 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung steht bei 2,0 Milliarden US-Dollar, was ONE Platz 59 beschert.

Stephan Tse zufolge, Co-Gründer des Protokolls, könnte sich Harmony in Zukunft zu einer Plattform für den reibungslosen Austausch jeglicher Dinge eignen. Die Teilnehmenden könnten neben Kryptowährungen, Assets, NFTs oder anderen Token auch Nachrichten oder Bilder mittels des ONE-Protokolls versenden – und zwar Blockchain-übergreifend. Das Ziel: Eine Plattform zu schaffen, die schnell und sicher funktioniert, und das nicht auf Kosten der Dezentralität.

Das Blockchain-Trilemma

Tse, der in seiner Vergangenheit unter anderem bei der Entwicklung von Google Maps beteiligt war, spielt damit auf das sogenannte Blockchain-Trilemma an. Dabei handelt es sich um das Problem, eine Blockchain zu schaffen, die mehr als nur zwei der drei Eigenschaften – Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralisierung – erfüllt. Bitcoin und Ethereum zum Beispiel sind sicher und dezentral, dafür aber vergleichsweise langsam. Andere Coins wie Ripple (XRP) gelten als skalierbar und sicher, dafür aber als nicht ausreichend dezentral. Im Whitepaper 2.0 von Harmony wird ONE als Lösung des bekannten Problems angepriesen.

Harmony und die Sharding-Technologie

Dazu verwendet Harmony das sogenannte “Sharding”. Die Technologie soll dafür sorgen, dass man die gesamte Menge an existierenden Nodes, Transaktionen und Speichern in gleich große Stücke aufgeteilt, sogenannte Shards. Soll heißen: Jedes Shard arbeitet mit anderen Validatoren an anderen Blöcken, die andere Transaktionen beinhalten. Dadurch könne das Ziel der Skalierbarkeit erreicht werden, denn alle Shards können gleichzeitig die Transaktionen validieren.

Um dabei nicht das Ziel der Sicherheit aus den Augen zu verlieren, beruht die Zuweisung der Validatoren-Anteile in die einzelnen Shards auf einer Zufallsfunktion. Diese wird zudem nach jeder Epoche neu gemischt. Eine Epoche dauert dabei knapp 33.000 Blöcke beziehungsweise 18,2 Stunden. Dazu beruht die Konsensfindung innerhalb der einzelnen Shards auf einem ausgefeilten, Proof-of-Stake-Modell mit eigens entwickeltem Fast Byzantine Foult Tolerant (FBFT). Durch diese Technologien dauert die Validierung etwa 2 Sekunden und kostet pro Transaktion umgerechnet etwa 0,000001 US-Dollar.

Dabei schreibt eine programmierte Funktion vor, dass eine Einzelperson immer weniger als 2/3 der Stimmen in einem Shard haben darf. Die Aufgabe in diesen Shards ist es dann, die Transaktionen im Block zu überprüfen und zu validieren. Der Gewinn der Block-Anfügung wird nach diesen Stakes zwischen den Validatoren aufgeteilt.

Aus dem Whitepaper: Die Staker erhalten Stimmanteile im Verhältnis zu ihren eingesetzten Token. Die Stimmrechtsanteile werden nach dem Zufallsprinzip den Shards zugewiesen. Die Staker werden zu Validierern für den/die Shards, denen ihre Stimmanteile zugewiesen werden. Dabei darf kein Staker mehr als 2/3 der Anteile in einem Shard haben.

Dezentralität wird dem Gründer zufolge dadurch erreicht, dass keine spezielle Hardware notwendig ist, um am System teilzuhaben. Angeblich könne man mit jedem alltäglichen Computer am Harmony-Netzwerk mitwirken. Aktuell zähle ONE eine Community von mindestens 800 aktiven Nodes.

Harmony: Sicher gegen Hacks?

Stephan Tse beteuert, dass die Architektur des Projekts das System vor Hacker-Angriffen schütze. Konkret läge das daran, dass bei einer hinreichend großen Anzahl von Nodes pro Shard und dem Zufallsprinzip, nach dem die einzelnen Stakes verteilt sind, keine Angriffsfläche existiert. Böswillige Akteure könnten so ihre Pfade nicht im Vorhinein bestimmen, keine Mehrheit bekommen und das System nicht gefährden. Denn bei auffälligem Verhalten würden Akteure sofort aus dem Netzwerk verbannt und die Hälfte ihrer ONE-Token zerstört werden. Die andere Hälfte würde als Belohnung an den Node gehen, dem das Verhalten aufgefallen ist.

Dazu werden alle Nodes in einem Block für Fehlverhalten bestraft. Das geschieht, indem ihnen ihre ONE-Token entzogen werden, selbst wenn sie nicht zu den Hackern gehören. Somit soll der Anreiz zum aufmerksamen Validieren und Melden bei Auffälligkeiten gestärkt werden.

Pros und Cons der ONE-Technologie

Hier kommt der Haken: Für den Validierungsprozess wird jeweils ein Leader bestimmt, der die jeweilige Sitzung leitet und die jeweiligen Abstimmungsschritte verantwortet. Auch wenn das Whitepaper 2.0 mehrmals betont, dass es diesem Leader aufgrund der Zufallsfunktion und der benötigten Zweidrittelmehrheit kaum möglich ist, das System zu umgehen, scheint das nicht sonderlich dezentral. Ob das Trilemma also wirklich gelöst ist, ist zweifelhaft.

Anzumerken ist überdies, dass die Entwickler:innen des Protokolls Harmony mittels Brücken an sämtliche Blockchains anschließen wollen, sodass die Personen ihre Assets aus den unterschiedlichen Wallets hin und her transferieren können. Diese Cross-Chain-Operabilität ermöglicht aktuell den Transfer von der Ethereum und Binance Smart Chain. In den nächsten Monaten soll unter anderem auch eine Brücke zum Bitcoin-Netzwerk erscheinen.

   

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