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Solana (SOL): Versagt die schnellste Blockchain?

Sechs Ausfälle in den letzten drei Monaten. Dabei sprechen wir hier über eine ehemalige Top-5-Anwärterin und keinen Krypto-Neuling. Was ist da los? BTC-ECHO fragt nach.

Trotz massiven Einbußen aller Kryptowährung und dem generellen Negativ-Trend der Finanzmärkte, fragt man sich bei Betrachtung des Solana-Kurses, was die vergangenen Wochen passiert sein mag. Kurz nach dem Jahreswechsel kämpfte die Kryptowährung noch mit Cardano um Platz 5 der größten Kryptowährungen. Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert sie bei einer Marktkapitalisierung von 28,7 Milliarden US-Dollar, derzeitiger Kurs: 91.57 US-Dollar. Den Höchststand hatte der SOL-Kurs am 6. November vergangenen Jahres bei 259,96 US-Dollar erreicht, doch dann nahm das Unglück seinen Lauf:

Solana: Gescheiterte Transaktionen

Wie BTC-ECHO berichtete, wurde Solana im Dezember 2021 und im Januar 2022 Opfer von DDoS-Attacken. Zuvor kam es bereits aufgrund von “übermäßigen doppelten Transaktionen” zum Netzwerkausfall. Zuletzt stand das Netzwerk zwischen dem 22. Januar und 23. Januar ganze 48 Stunden still. Auf Twitter beschwerten sich Nutzer und Nutzerinnen, dass sie keine SOL-Token mehr transferieren konnten.

Der Co-Gründer Anatoly Yakovenko sagt BTC-ECHO gegenüber jedoch:

Es ist wichtig, noch einmal zu betonen, dass das Netzwerk nicht ausgefallen ist und der Zustand des Netzwerks nicht gefährdet war. Das Netz ist seit September nicht mehr ausgefallen, trotzdem ist die Nutzererfahrung nicht so, wie sie heute sein sollte.

Anatoly Yakovenko, 24. Januar 2021

Die Begründung für die Schwierigkeiten im Netzwerk ist in den Augen Yakovenkos “ganz einfach” zu erklären. So würden die Transaktionen immer komplexer werden. Die rechenintensiveren Transaktionen würden vom Netzwerk aber auf die gleiche Art und Weise behandelt werden, wie einfache Transaktionen. Dabei könnten die verschiedenen “Transaktionen sehr unterschiedliche Mengen an Ressourcen verbrauchen”. Dieser Umstand würde dazu führen, dass “einige Blöcke ihre zugewiesene Zeit überschreiten”. Weiter sagt er:

Da das Solana-Netzwerk in Echtzeit und ohne Lücken zwischen den Blockproduzenten läuft, können diese ressourcenintensiven Blöcke dazu führen, dass der nächste Blockproduzent seinen Block überspringt oder einen Fork erzeugt. Dies schränkt die Anzahl der erfolgreich produzierten Blöcke ein, was zu einem Rückgang der gesamten TPS-Kapazität führt, während das Netzwerk diese Konflikte auflöst.

Anatoly Yakovenko, 24. Januar 2021

Wie funktioniert Solana nochmal?

Dass Echtzeit-Transaktionen überhaupt möglich sind und warum es so ein großes Problem ist, wenn ein Block übersprungen wird, liegt an dem besonderen Konsensmechanismus der Solana Blockchain und seinen Eigenheiten:

Prinzipiell beruht Solana auf einem Proof-of-Stake-Konsensmechanismus, der jedoch seinen eigenen Twist hat: den Proof of History. So gibt es im Netzwerk eine Art dezentrale Uhr. Dabei handelt es sich um eine rekursive, überprüfbare Verzögerungsfunktion mit SHA256-Verschlüsselung, die als Beweis dafür dient, dass Ereignisse zu einem bestimmten Zeitpunkt stattgefunden haben. So kann mittels der Outputs auf eindeutige Inputs geschlossen werden, aber nicht vice versa.

Mithilfe der dezentralen Uhr, die es erlaubt, jede Transaktion mit einem Zeitstempel zu versehen, können alle Transaktionen in eine Reihenfolge gebracht und miteinander verbunden (als Blockchain festgeschrieben) werden. Wenn das Netzwerk nun doppelte Transaktionen erfährt, kommt es zu einem Überspringen mancher Blocks (die dann auch nicht mehr eingeführt werden können) und/oder einer Fork.

Aufgrund dieses Mechanismus kann Solana hinsichtlich der Performance mit absoluten Spitzenzeiten aufwarten und geringe Transaktionsgebühren anbieten. So kostet eine Transaktion im Durchschnitt etwa 0,00025 US-Dollar. Nach eigener Aussage sei es dem Netzwerk weiter möglich, 50.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) durchzuführen. Aktuell leistet das Netzwerk jedoch gerade einmal 10 TPS, im Gegensatz zu 13,8 bei Ethereum (Stand 25. Januar). Außerdem, so die Entwickler:innen, erlaube die Architektur, dass der Transaktionsdurchsatz mit der Rechengeschwindigkeit zukünftiger Computer weiter ansteigt.

Geschwindigkeit hin oder her

Um den aktuellen Problemen zu begegnen, so Yakovenko, arbeiten die Solana-Entwickler:innen bereits an einer neuen Version: 1.8.14. Diese soll dem Problem der Validierung der übermäßigen doppelten Transaktionen begegnen. Nach Angaben des Co-Gründers werde diese neue Version in voraussichtlich acht bis zwölf Wochen auf den Markt kommen. Sie würde “die Leistung verbessern und eine reibungslose Skalierung des Netzwerks ermöglichen”. Angeblich seien die Funktionen bereits im Testnet verfügbar und würden von Entwickler:innen “ausgiebig erprobt” werden.

   

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